Benetzung (Sessile Drop Methode)

Analyse des Benetzungsverhaltens bis 1.400°C in Schutzgasatmosphäre oder Vakuum

  • Der Benetzungsversuch dient zur Untersuchung der Benetzbarkeit eines flüssigen Materials auf einem festen Substrat. Dabei wird das Substrat als auch das Tropfenmaterial zunächst in fester Form in den Ofen eingebracht. Beim Aufheizen schmilzt das Tropfenmaterial ab einer definierten Temperatur (Schmelztemperatur) und bildet auf dem Substrat einen Tropfen aus. Der Benetzungsvorgang kann über die ganze Zeit hinweg beobachtet und dokumentiert werden – vom festen Zustand bis zur Tropfenbildung.
  • Der sich einstellende Benetzungswinkel zwischen Tropfen und Substrat liefert Informationen über die Wechselwirkungen an der Grenzfläche: Ein kleiner Winkel weist auf gute Benetzbarkeit hin, ein großer auf schlechte.
  • Der Versuch kann in Vakuum oder unter Schutzgasatmosphäre durchgeführt werden, um Oxidation zu vermeiden und reale Prozessbedingungen nachzubilden. Die Ergebnisse erlauben Rückschlüsse auf Adhäsion, Reaktivität sowie die Eignung von Materialpaarungen, z. B. für Lötverbindungen, Beschichtungen oder Verbundwerkstoffe.

Letzte Änderung: 15.01.2026 -
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